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Tommy Bolin kurze Karriere eines vielversprechenden Talents

Vor zwei Wochen war ich wieder einmal in der Buchhandlung, um mich mit neuem Lesestoff fuer die bevorstehenden langen Abende einzudecken. Dort fand ich ein Buch ueber die Bandgeschichte von Deep Purple, meiner Lieblingsband aus der Teenagerzeit. Zuhause angekommen, habe ich gleich mal darin rumgeblaettert. Zufaellig bin ich als erstes auf die Zeit um 1975 gestossen. Neben den Gruendern von Deep Purple war zu dieser Zeit Tommy Bolin als Nachfolger von Ritchie Blackmore dazugestossen. Er erweckte mein Interesse – ich kannte ihn im Gegensatz zu seinem Vorgaenger nicht – als ich las, dass er mit 25 Jahren bereits gestorben ist. Sehr jung dachte ich und fing an weiter zu lesen, weil ich neugierig war was da damals eigentlich passiert war.

Tommy Bolin interessierte sich sehr frueh fuer Musik. Es begann damit, dass er mit seinem Vater ein Elvis Konzert besucht hatte. Seine ersten Instrumente die er lernte waren Schlagzeug und Klavier, dann Gitarre. Mit 15 Jahren gruendete er seine erste Band mit Schulkollegen. Das Gitarrespielen eignete er sich selber an, da der Gitarrenunterricht bei zwei Gitarrenlehreren gescheitert war.

Zuerst spielte er noch bei diversen unbekannten Bands bis er Ende 1968 im Alter von 17 Jahren die Band Zephyr gruendete und 1970 eine erste Langspielplatte “Zephyr” veroeffentlichte.1972 gruendete er seine zweite Band Energy, veroeffentlichte mit dieser Band aber kein Album, da er keinen Plattenvertrag erhielt.1973 wechselte er zu James Gang. Mit der James Gang veroeffentlichte Tommy Bolin seine zweite Langspielplatte “Miami”. Danach verliess er die James Gang und beschloss eine Solokarriere zu starten. Er spielte für diversere Musiker als Studiogitarrist, so unter anderem fuer Dr. John oder Moxy.

Der kurze Ausschnitt seines Starts in die Musikkarriere, der keinen Anspruch auf Vollstaendigkeit erhebt, zeigt, dass er es nie lange ausgehalten hatte bei einer Band. Auf Empfehlung von David Coverdale ersetzte er 1975 Ritchie Blackmore bei Deep Purple. Die Chance, da Deep Purple damals zu den populaersten Bands im Musikbusiness gehoerten. Aber auch keine leichte Aufgabe. Der Druck war sicher enorm. Speziell die englischen Fans konnten den Weggang von Ritchie Blackmore nicht verschmerzen. Zwei hervorragende Musiker, aber eben voellig verschieden. Im Maerz 1976 dann das Disaster in Wembly. John Lord hatte ihn kurz vor dem Auftritt noch gewarnt, dass die englischen Fans anders reagieren wuerden als die amerikanischen Fans. Als dann die Rufe nach Ritchie Blackmore eschallten nahm es Bolin zuerst noch mit Humor. Doch dann rastete er aus und beschimpfte das Publikum. Der misslungene Auftritt und sein steigender Drogenkonsum fuehrten dazu, dass Deep Purple sich aufloesten.

Im Dezember 1976 starb Tommy Bolin in einem Hotelzimmer in Miami. Er hatte am Abend vorher mit seiner Tommy Bolin Band einen Auftritt als Vorgruppe von Jeff Beck. Die damals vermutete, aber nie bestaetigte, Todesursache war Heroin in Verbindung mit Alkohol.

6.  Oktober 2007   Autor Margit Mueller


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