In meiner Jugend verbrachten meine Freunde und ich so manchen Samstag Nachmittag beim Kegeln. Am liebsten waren wir in einer Kegelbahn, die in einem separaten Haus, abgetrennt von der Wirtschaft, untergebracht war. Die Kegelbahn war zwar nicht mehr im neuesten Zustand und ein wenig holprig, aber das wichtigste war, wir waren dort unter uns..
Wie es zu jener Zeit fast selbstverständlich war, befand sich dort eine Musikbox, die wir rege benutzten. Wie der Zufall so manchmal spielt, suchte ich in der Übersicht nach guten Musikstücken, die wir noch nicht soviel gehört hatten. Dabei stiess ich auf einen Titel namens „Tell me“ von einer Gruppe mit dem Namen Rolling Stones. Diese Gruppe sagte mir überhaut nichts, aber der Titel sprach mich an. Also wählte ich „Tell me“ aus und alle im Raum Anwesenden waren wie elektrisiert.
Was war das für eine wunderschöne Musik, die da aus der Musikbox unsere Ohren verwöhnte. Alle waren so begeistert, dass wir den ganzen Nachmittag nur noch dieses Stück hörten und zwar in voller Lautstärke, bis die Wirtin kam und uns bat, doch bitte die Musikbox leiser zu stellen. Da uns das Kegeln bei zu leiser Musik nicht mehr passte, verliessen wir die Kegelbahn und schauten uns in einem anderen Lokal noch ein wenig um.
Durch diesen Song wurden einige von uns zu Fans der Rolling Stones. Zur gleichen Zeit waren andere Kollegen absolute Fans der Beatles. Es gab dann immer Neckereien zwischen den verschiedenen Gruppen, weil jeder seine Lieblinge in den Vordergrund stellte und versuchte, seine Gruppe am besten zu vertreten. Beatles contra Rolling Stones, war das Diskussionsthema.
So wurde ich ein so eingefleischter Rolling Stones Fan, dass ich alle Langspielplatten kaufte, die auf den Markt kamen. Von allen Bandmitgliedern gefiel mir Brian Jones am besten. Warum? Er hatte eine charmante Ausstrahlung und beherrschte nicht nur seine Gitarre, sondern war ein Multi-Instrumentalist. Im Song „Ruby Tuesday“ spielte er Floete, Sitar bei „Paint It Black“, Marimbafon bei „Under my Thumb“ und Akkordeon bei „Back Street Girl“ um nur einige Beispiele zu nennen. Leider wurde er nur nur 27 Jahre alt. Er hätte die Musikszene sicher noch bereichern können.
20. September 2007 Autor Willi Müller
geschrieben am 20. September 2007 um 23:07 Uhr von admin
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Wann genau war der Beginn dieser neuen Kultur? Hierzu findet man verschiedene Meinungen. Auf jeden Fall irgendwann zwischen der Mitte der 50er Jahre und der Mitte der 60er Jahre.
Manche meinen 1955 mit Andy Warhol, der zu dieser Zeit die ersten Popzeichnungen produzierte. Oder 1956 als Elvis ins Lampenlicht rueckte mit nach hinten gekaemmten Haaren und seiner legendaeren Haartolle. Oder 1963 mit dem Durchbruch der Beatles.
Auf jeden Fall hat diese Zeit etwas bewegt. Es war eine regelrechte Revolution, die damals ins Rollen kam. In Grossbritannien zogen die Teenager durch die Strassen, lautstark und aggressiv, mit gegelten Haaren like Elvis, und schockierten damit die (ordentlichen) Buerger. Die staatliche Radiostation weigerte sich damals strikte Rock and Roll-Musik zu senden. Da blieben den Jugendlichen nur auslaendische Radiosender, wo man Adam Faith und Cliff Richard hoeren konnte. Aber alle dachten, na ja, in ein paar Monaten ist das alles wieder vorbei. Das war eine gewaltige Fehleinschaetzung, wie uns die Zukunft gezeigt hat.
Die Beatles und die Rolling Stones waren damals die beiden Pole. Waehrend die Beatles von der Jugend und auch noch teilweise von den Eltern akzeptiert wurden, wirkten die Rolling Stones eher abweisend auf die aeltere Generation. Oder wie es ein Journalist einmal ausgedrueckt hat: “Die Beatles wollen deine Hand halten, die Stones wollen deine Stadt niederbrennen.”
15. September 2007 Autor Margit Mueller
geschrieben am 15. September 2007 um 01:36 Uhr von admin
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Keith Richards ist der personifizierte Rocker der “guten alten Zeiten”. Drogen und Alkohol haben ihn durchs Leben begleitet und sein inzwischen mit tiefen Falten durchfurchtes Gesicht spricht fuer sich. Aber er ist uns doch hauptsaechlich durch sein rockig-bluesiges Gitarrenspiel im Gedaechtnis. Seine markanten Riffs mal melodioes mal rockig sorgen bei den Konzerten für das was man vielleicht “die Sahnehaube auf dem Kaffee” nennen kann.
Ich habe viel gelesen und gesehen von ihm und habe einige seiner typischen, markigen Zitate gesammelt. Hier eine kleine Auswahl davon:
Auf die Ankuendigung von Bill Wyman 1992, dass er die Rolling Stones verlassen werde, kam eine typische Antwort seitens Richards: ” Die Stones verlaesst man nur im Sarg, oder man wird rausgeworfen. ” Na, ja Bill Wyman hat es dann gezeigt, dass es auch anders geht!
Und nach dem Drama in Altamont: ” So etwas kann doch nur den Stones passieren, Mann. Seien wir doch ehrlich, den Bee Gees koennte das nicht passieren. ”
Auf fruehere Zeiten zurueckblickend meinte Richards: ” Wir hatten es einfach satt, die Rolling Stones zu sein, und weil wir keinen Ausweg finden konnten, haben wir eben angefangen, uns gegenseitig fertigzumachen und alles in Stuecke zu schlagen. ”
Auf die Frage eines Journalisten in den 80-er Jahren, wie es mit den Rolling Stones weitergehen soll: ” Da fragen sie besser den Hundesohn “. Gemeint war Mick Jagger.
” Ich habe zehn Jahre lang versucht, mich umzubringen und jetzt habe ich mich entschieden, mit dem Leben weiterzumachen. ”
Gott sei dank, so wird er uns noch eine Weile mit seiner Musik erfreuen und für so manches Spektakel sorgen.
9. September 2007 Autor Margit Mueller
geschrieben am 9. September 2007 um 01:07 Uhr von admin
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